aber das Edeleanusche Verfahren der Raffination von Erdl mit Schwefeldioxyd.

July 17, 2018 | Author: Anonymous | Category: Каталог , Без категории
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88. AufUtrWI.

Engl er u. Ubbelohde: Edelunuwhes Verfahren der Rdfination von Erdd mit Schwefeldioxyd.

177

Zeitschrift f bangewandteChemie -

Aufeatzteil

bite li7-200

Uber dtrs Edeleanusche Verfahren der Rsfftnation von Erdol mit Schweieldioxyd. Von C. EICGLEB und L. UBBELOHDE, Karlaruhe i. B. Wngeg. aap m a ) Bei der Herefellung von Leuchtpetroleum s ielt die Qualitiit dea Roh6le eine sehr wichtige Rolle. Nicgt allein, ob die a t t i g t e n Paraffinkohlenweeseretoffeoder die Naphthene arin vorwiegen, ist wichtig, aondern vor allem auch, welche Mengen von nonh kohlenetoffreicheren, eogenannten n Kohlenwaeeerstoffen die Rohole bzw. die Leuchtiil eatillate enthalten. J e mehr von diesen letzteren vorhanden eind, um 80 echlechter brennen die Ole auf unseren tiblichen Lampen. Man hiitte vielleicht durch Anpeeeen der Lampen an die Eigenechaften dieaer Ole ihre Brennfilhigkeit verhessern konnen. Diea erwiea sich jedoch unmoglich, da man dem Konsumenten nicht ftir beatimmte Ole beatimmte Lampen vomhreiban konnte. Und wenn ea auch elungen wilre, eo hiltten die vorwiegend nur g e s i i t t i p I? ohlenwaaseretoffe enthaltenden Ole dennoch einen weiten Vorsprung gehabt, weil sie a d allen Lampen brennen und keine Spezialkonetruktionen erfordern. Unter dem biaher iiberwiegenden EinfluD der p e m y l vaniechen Ole haben aich nun einige Brennertypen allgemein eingeftihrt, mit denen unbedingt gerechnet werden muB. Man war deahalb gezwungen, die von Natur viel kohlenetoffreiche Eeatandteile enthaltenden Ole unter ungen zu brennen oder ein koetapieligee eten Bedin inationaverfa n1) anzuwenden. Eine grundeiltzliche Anderung in dieaer Sachlage bringt daa E d e 1 e a n u ache Raffinationeverfahren. Ala urn deahalb durch die Allgemeine Geeelkhaft fiir chemische Industrie in Berlin die Anregung dazu ge eben wurde, dieaea Verfahren einer kritiechen Prtifung im 8roDbetrieb in einer Raffinerie in Rouen und in der Raffinerie ,,Vega" der Rumiiniechen Petmleumraffinerie A.-G. in Ploesti zu unterziehen, haben wir dieae Aufgabe gem iibrnommen, zumal da urn dabei auch Einblick in alle Einzelheiten der Apparate, aowie auch in die BetriebRbiicher ewahrt wurde, 80 daO ea uns moglici war, auf dieeer rundlage in Verbindung mit einer ganzen Reihe eigener Versuche uns ein zuverlhsiges Urteil iiber derr Verfahren zu bilden. - Die Reeultate dieaer Arbeit glaubten wir unter Zuetimmung der genannten Geaellechaft unseren Fachgenoseen durch die vorliegende Yeriiffentlichung zuganglich machen zu. sollen'.

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8

Daa bieher iibliche Rallinieren rnit BchweIeleiBure. Die Leuchtzwecken dienenden Erdoldeetillate hiasen vor ihrer Verwendung raffiniert werden, waa bis jetzt fast aueechlidlich durch Behandeln mit Schwefeleiiure und darauf folgendea Weechen mt Waeeer und Alkalien p h i e h t und den Zweak hat, gewisse beim Brennen auf Lempen etiireqde Anbile aua dem Leuchuil zu entfernen. Die Rohdeatillate enthalten nirmlich neben den geaiittlgten, mit hellem, weikm Licht brennenden Padfin- und Naphthenkohlenwaeeeratoffen noch verechiedene weniger gut brennende ungeelittigte Kohlenwaseeretoffe, wie Olefine und Benzolhomologe, mn,nchmel auch terpenartige , ungeaiittigte Kohlenweeeeretoffe, die die Lichtatarke herabdrilcken, der Flemme eine elbe Farbun und die Neigung zum RuBen erteilen. Die re ative Menge %-r unerwiinechten Be&mdt.de echvankt bei &en verschiedener Herkunft eehr etark. So enthielten die alten pennsylvariiachen Ole

P

1)

Vgl. folgenden.Abschnitt . cb. 1918. A.

IU

NI.27.

4. April 1913

tur eehr geringe Mengeu davon. Auch die anfange auf Jeuchtijl verarbeiteten ruesiechen Ole hatten ahnliche gute deshalb eine oberSigenechaften. Bei dieaen &en genii lhhliche Behandlung mit Schwefe ure usw., und die denge der hienu notigen Siiure, eowie die durch eie entemte Menge a n ungeailttigten Kohlenwaeaeretoffen war so dein, daI3 dies bei der ecbtzemwerten Einfachheit der 3affination mit Schwefelsiiure in Kauf genommen werden

e

COIUIb.

Be Anzahl der epkter entdeckten und ale sehr ? ! gefundenen Olfelder liefert jedoch LeuchtiilLestilate, die einen viel hoheren Gehelt a n ungeeiitti Eine

r

~o~enwatserstoffen adweieen ah die nnsylra-hen% Diem Petroleumsorten erfordern dee alb eine viel weitergehende und scharfere Behandlung mit ,Schwefelsiiure, Venn sie ein dem rueeischeu und nnsylvanieohen 01 etwa tleichwertigee Leuchtiil geben ao en. Bei aolcher Behendung waren aber nicht nur eehr erhebliche Mengen Schwefeliilure notig,' aondern durch die p D e Menge der zu zerbtiirenden Stoffe ergaben aich auch zu p l 3 e Raffinationaverluate und eonstige Sohwierigkeiten, wie Zeret.6der 3igentlichen Lichtgeber, Polperieationen UAW.,80 daB die Raffination koetepielig wurde, da der unter d e r Einwirkung fer Schwefeleiiure erhaltene ,,Sauregoudron" ziemlich wert08 ist. Man war deehalb oft gezwungen, ein KompromiS E U echlieDen: raffinierte eben ao weit, daD daa 01 einigermaBen, wenn auch rnit gelber Flamme brannte, und half 3ich im iibrigen oft dadurch, daD man fiir sich dlein nicht geniigend gut brennende Ole mit beaeer brennenden mischte. Hier konnte nur ein Verfahren Wsndel echaffen, bei 3em die schlecht bwnnenden Stoffe bei der Raffination n i c h t z e r s t 6 r t , aondern in moglichet unveriindertem Zustande i s o 1 i e r t und wiedergewonnen werden. Denn wenn diese Kohlenwasserstoffe auch den Lenchtwert beeintriichtigen, 80 haben eie doch fiir andere Zwecke unter Um3tiinden hoheren Wert ale die gut brennenden geaiittlgten Kohlenwaaseretoffe. Ein Verfahren, welchea in diesem Sinne arbeitet, ist dm im nachfolgenden. beachriebene.

r

Das Prinzip dee Edeleanu-Verlrrhrene. Daa neue Raffinationeverfabren4) beruht darauf, daD das Fltiseige Schwefeldioxyd bei tiefen Temperaturen die aromatiechen und anderen l:oEl3nstoff reichen Anteile dee Erdols leichter lost als die t Lrennenden Hauptbeatandteile des Leuchtiils, die Paraf ine und Naphthene, in deneii es selbat auch nur wenig liielich ist. Misrht man also ein Erdoldestillat mit fltisieeigem Schwefeldioxyd, so lost sich zunhhst eine beatimmte Menge in dem 01 auf, denn aber bilden sich zwei Schichten, deren untere hauptaiichlich die kohlemtaffreichen Kohlenwaeeemtoffe in fliiasigem Schwefeldioxyd gelost enthiilt, wahrend die obere hauptaiichlich dis geaattigten Kohlenwaeeemtoffe und eringe Mengen Schwefeldioxyd enthalt. Die Verteilung f e r ungeaiittigten K o h l e n m e r etoffe zwiwhen der oberen und unteren Schicht geachieht dabei nach dem Verteilungsgeaetz :

8"

I

" - konatant , c,worin C, die Konzentr4bion in der oberen, C, in der unteren Schicht bedeutet. Da die Konstante mit fallender Temperatur wkhet, und die Trennung um 80 vollatiindiger i d , je grijoer die Konatante ist, 80 arbeitet man folgerichtig in der Praxis bei niederen Temperaturen, gewohnlich bei - 5

his -10". Ferner lehrt die Theorie der Auaschiittlung, auf rlie wir hier im einzelnen nicht naher eingehcn wollen. daR man

_.______.__.

Die Tatsache, daB das spez. Gew. der fruheren Estrakte immer hoher ist als das der folgenden, deutet darauf hin, da13 zuerst Vertreter der kohlenstoffreichsten Kohlenwasserstoffreihen in Liisung gehen. Urn einen weiteren Anhalt iibcr die Art der durch Schwefeldioxyd extrahierten Kohlenwasserstoffe zu geEinige Laboratoriumsversuche. winnen, wurclen dein zuvor in oben beschriebener Weise Iin Lahoratorium kann man folgenderinaflen arbeiten : hergestellt,en Raffinat wieder geniessene Mengen KohlenMan kiihlt in einer Biirette3) das zu behanclelnde Roh- wasserstoffe: Pseudocumol, Xylol, Amylen und Pinen zudestillat auf etwa -10" ab und setzt zuniichst so viel gemischt und versucht, diese mit dem oben beschriebenen flussiges Schwefeldioxyd hinzu (das sich bei freier Ver- Verfahren wieder zu isolieren. Dies gelang bei Pseudodunstung von selbst auf etwa -10" abkiihlt), bis eben die cumol, Xylol und Amylen, nicht aber bei Pinen. Die rnit Rildung von zwei Schichten eintritt. Man gibt nun cin Zusatz von 10-207k der ersteren drei Kohlenwasserstoffe Drittel des noch verbleibenden Restes des flussigen Schwefel- erzielten Resultate zeigten zwar noch nicht die gewiinschte dioxyds hinzu, schiittel t damit durch, 1LBt die Biirette Genauigkeit, weshalb diese Versuche noch fortgesetzt wereinige Zeit ruhig stehen und zieht dann die untere Estrakt- den, lassen aber doch erkennen, da13 die zugesetzten Mengen schicht ab. Diese Operation wiederholt man mit jedem der der ungesattigten Kohlenwasserstoffe mit Verlust von nur beiden zufiickbleibenderi Drit,tel des Schwefeldioxycls, we 11i g e n P r o z e n t e n w i e cl e r g e w o n n e n w e r d e n 5). mit der gleichen Mcnge Losungsmittel eine bessere Trennung erzielt, wenn man nicht die ganze Menge an Losungsmittel auf einmal, sondern in moglichst, kleinen Portionen nacheinander zur Anwendung bringt. Auch dem wird in der Praxis Rechnung getragen.

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-___

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dunstet scldieBlich die Hauptmenge des Dioxyds vorsichtig ab und waischt die ,letzten noch in Raffinat und Extrakt zuriickgebliebenen Mengen mit Wasser aus. Eine merkbare cheniische Einwirkung durch Schwefeldioxyd findet dabei auf die reiqen Kohlenwasserstoffe nicht statt. Rohl aber scheint eine Einwirkung auf die schwefelhaltigen Bestandteile einziitreten. In dieser Weise wurden drei sehr verschiedenartige Rohdestillate behandelt, indem auf 1 Teil 61 im ganzen 1,3 Teile Schwefeldioxyd bei -10" zur Anwendung kameh. Die Ergcbnisse sind in der Tabelle 1 zusammengestellt. Das 01 von Tustanovice (Calizien) z. B. mit dem spez. Gew. 0,8150 (16/4) ergab drei Extrakte, die unter sich in der Reihenfolge der Behandlung abnehmendes spez. Gew. (0,9083, 0,8932, 0,8803), aber alle viel hoheres spez. Gew. wie das Ausgangsol haben. Das Raffinat hatte infolgedessen natiirlich niedrigeres spez. Gew., namlich 0,8040. Die Gesamtmenge des Raffinats betrug 77 yo4).Grundsatzlich gleichen Varlauf zeigten auch die Zahlen der anderen Ole. 3) Die Burette mu13 oben und unten mit Hahnen versehen sein, deren Kiiken gegen Herausgedriicktwerden gesichert ist. Die Vereinigten Fabriken fur Laboratoriumsbedarf in Berlin liefern Spezialburetten fur den vorliegenden Zweck. 4 ) Da wir bei diesen Versuchen die Hauptmenge des Schwefeldioxyds an der Luft frei verdunsten lieBen und den Rest mit Wasser ausgewaschen haben, waren Verluste an Kohlenwasserstoffen unvermeidlich. Deshalb erreicht die Gesamtausbeute bei diesen Laboratoriumsversuchen natiirlich auch nicht 1 0 0 ~ o . Bei der tech-

Tabelle Nr. 1. R a f f i n i e r u n g v on L e u c h t 6 1(Ie s t i 11a t e n m i t S c h w ef e l d i o xy d. Aiisgangsol war Leuclitoldestillat atis

Nr. 1

1

2

1

wiedergewon-

in %

3

1 1

0,9083 0,8932 0,8803 0,8040

11,0 2

3

4,8

2,9

11,)

1 1 1 1

95,7

Mexiko spez. Gew. 0,8872 0,8768 0,8743 0,7901 0,8014 (15/4) Mengen in o/o 10,2 5,O 2,6 10,O

95,8

Peru spez. Gew. 0,8042 (15/4) Mengen in %

95,O

. .. ..

... ..

0,8650 0,8610 0,8565 0,7890 5,2 3,3 71,l 9,3

nischen Ausfuhrung des Verfahrens kommen Verluste nicht vor, da das mit etwa verfluchtigten Kohlenwasserstoffen vermischte Schwefeldioxyd wieder in den Kreislauf der technischen Operation zuruckgeht. 6) Auch fur die Reinigung gekrakter Produkte verschiedener Herkunft diirfte daa Verfahren brauchbar sein.

G,. .

~$~.z,",e'~9,3.] Engler

u. Ubb elohde : Edeleanusches Verfahren der Raffination von Erdol rnit Schwkfeldioxyd. 159 __ . _____ ~ _ _ _ _ _ _

__-_____ Diirchfiihriing des Yerfahrens in der Technik. Das Verfahren aird in der Tcchnilt in folgcnder 8 r t durchgcfuhrte): Das zu raffiiiierende I'etroleumdestillat gelangt zunachst in das Filter 1 (vgl. Fig. S. 178), in dem es mit einer durch Zusammenschmelzen VOR 1 Teil Chlorcalcium und 4 Teilen Kochsalz gewonnenen Troukenmasse vom Wnsser befreit n-ird. Diese Troclrenmasse hat gegenuher dcm reinen Chlorealcium den grol3en Vorteil, daB sie gleichmaoig Feuchtigkeit aufnimmt, ohne zusammen zu backen, wie es Chlorcalcium bei einem bestimmten Feuchtigkeitsgrad t u t . Das Trocknen ist fur das Raffinieren a? sich nicht notig, aber zweckmaBig, da durch etwaige Feuchtigkeit Korrosionen in der Apparatur zu befurchten sind, die bei trocknem Leuchtol nicht vorkommen. Das getrocknete Destillat gelangt in den Vorratsbehalter 2 und wird von dort durch eine P u m p in den Destillatkuhler 3 gefuhrt. Auf dem Wege zu dem Kuhler passiert das Destillat einen Warmeaustauschapparat 4, in dem es durch kalte, von der Raffination herkommende Flussigkeiten vorgekuhlt wird. Einen ahnlichen Wcg beschreibt auch das flussige Schwefeldioxvd. Es wird aus dem Behalter a in den Kuhler b geleitet und passiert auf diesem Wege eineii anderen Warmeaustauschapparat c. Sind die beiden Fliissigkeiteri, Destillat und Schwefeldioxyd: in den Kuhlerii 3 bzw. b geniigencl abgekuhlt, so 1aBt man zunachst des Distillat in den Mischer 5 flieBen und gibt dann aus dem Kuhler h die erforderliche Menge Schwefeldioxyd hinzu. Man laBt dabsi letzteres in feiner Vertcilung auf die Oherfllche des Deqtillats in dem Mischer flieBen, so claB das Dioxyd in feinen Tropfen das Destillat durchrieselt. .4uf diese Weise wircl ohne mechanisches Ruhren leicht die Destillatschicht mit Schwefeldioxyd gesattigt, und wenn dies geschehen ist, bilden sich zwei Schicht,en, von deneri die untere - wie im vorigen Ahschnitt erortert -. hauptsachlich aus -Schwefeldioxyd und urigesattigten Kohlenwnsserstoffen, die obere aus Petroleum besteht. Das Durchrieseln durch die obere Schicht (Petroleumschicht) wird fortgesetzt, bis sie genugend gereinigt ist, was bei rumanischen Leuchtolen z. B. erreicht ist, wenn bei einer Arbeitstemperatur \-on etwa - 10" das Mengen\-erhaltnis von Dcstillat zu Schwefeldioxyd 1 : 1,3 ist. Da bei dem beschriebenen Durchrieseln die obere Schicht stets rnit reinem Schwefeldioxyd zusammentrifft,, wird ein iihnlicher Effelrt erzielt., wie er erzielt werdeii wurde, wenn man vielmals nacheinander mit kleinenMengen ausschuttelte. Denn eine rucklaufige Diffusion der konz. Losung aus der unteren Schicht in die obere findet jedeiifalls nur zu einem ganz geringen Teil statt, nm so weniger, als man noch wahrend des Durchrieselns der letzten Teile des Schwefeldioxyds die untere schon vollig abgesetzte konz. Schicht ahlaat und sie dadurch der Ruckdiffusion in die obere Schicht vollig en tzieht . Die untere Extrakbschicht gelangt nun beini Ablassen cluroh den Wiirmeaustauschapparat 4 in das Verdampf gefais 6: und sobald die Extraktschicht aus dem Mischer 5 collig ausgelaufen ist, wird durch Umstellung eines Ventils das Raffinat (die ohere Schicht) durch den Wjirnieaustauschapparat c in das VerdnmpfgefaB fur das Raffinat d geleitet. In den Verdampfern d bzw. 6 wird durch Erwarmen mittels geschlossener Dampfschlangen und spater durch Evakuieren das Schwefeldioxyd nahezu vollstandig aus Extrakt und Raffinat abgetrieben. Im Raffinat blaiben nur etwa 0,2% und im Ext,rakt 0,4% SO, zuriick, die durch Auswasohen rnit Wasser leicht entfernt werden konnen und verloren gegeben werden. Der groDte Teil des in den Verdampferii abdestillierten Dioxpds - mehr als 9O";b - gelangt durch eigenen Druck in den Iiondensator fur Dioxyd, wird dort verflussigt und laiift in den Ausgleichbehalt,er fur Schwefeldioxyd a zuriick. Der Rest des Dioxyds, welcher wahrend des Evakuierens der Destillatoren 6 und d abgesaugt w i d , wird durch den Kompressor f in den Kondensator e gedruckt, wird dort verflussigt uncl lauft dann ebenfalls in den Behalter a. Dqs Kuhlen von Rohdestillat, und Schwefeldioxyd in den Tanks 3 und b, sowic die eventuelle Nachkuhlung beider -___ ~

e)

Die Apparate werden geliefert von der Firma A. Borsig, Berlin.

in dem Mischer 5 , wird clurch eine gewohnliche Kaltemaschine bewirkt, deren Kompressor h und Kuhler g in der Figur schematiscli gezeichnet sjnd. Der ganze Raffiiiationsvorgang geschieht in geschlossenen GefaBen, und obwohl rnit eiiier leicht fluchtigen Suhstanz wie Schwefeldioxyd gearheitet w i d , ist der Verlust auBerordentlich gering. Auch ist trot,z der niedrigen Temperatur der ArbeitsprozeB relativ billig, da infolge des sorgfaltigen Warmeaustausches in den Apparaten 4 und c eigentlich nur diejenige Arbeit aufgewandt werden mu& welche notig ist, um das SO, zu verdampfen und zu kuhlen und den Kalteverlust der Apparate zu decken. Die kleine, eigentlich aher nur apparative Schwierigkeit, daB man gezwungen ist , bei tiefen Temperaturen zu arheiten, wird weitaus dadurch ausgeglichen, claB das SO, sehr billig ist und eine so niedrige 'Verdampfungswarme besitzt, daB man kaum ein geeigneteres Losungsmittel fur den vorliegenden Zweck finden dfirfte. Die Redienung der Appamte ist durch ubersichtliche Anordnung der zu hedienenden Hahne und der Kontrollund Sicherheitsvorrichtungen so einfach, daB drei Arbeiter eine Anlage niit einer Kapazitat von 62 t pro Tag leicht bedienen konnen.

Die Eigensehaften der techniselien Prodiiktc. Dureh das oben beschriebene technische Verfahren gewiiint man aus dem Rohdestillat zwei Produkte: 1. Raffinat, 2. Extrakt. Das erste Produkt hat imnier ein niedrigeres spez. Cew. als das Rohdestillat, das zweite Produkt dagegen ein hiiheres spez. Gew., weil es die kohlenstoffreichen schweren Kohlenwasserstoffe enthalt. Das Raff inat aus allen Rohdestillaten ist nahezu wasserhell oder nur schwach gelb gefarbt, und diese Farbung kann Schwefelsiiure durch schwache Nachraffination mit l,l2yO leicht vollstandig beseitigt werden. Das Raffinat brennt auf allen Lampen ohne jede Neigung zum RuBen mit sehr lichtstarker Flamme und weiBem Licht und ist in seinen Eigenschaften den besten Leuchtalen gleichwertig. Der Extrakt dagegen ist gelb bis braun gefarht und auf Lampcn uberhaupt nicht niehr zu brennen. Er gibt eine dunkelgelbe, sehr schwach leuchtende und ruBende Flamme. Im ubrigen schwanken Menge und Beschaffenheit der Produkte naturlich je nach dem Rohdestillat. Die nachfolgenden Tabellen und Kurven zeigen die Eigenschaften der Produkte aus mehreren Rohdestillat.en vcrschiedener Provenienz. Von Interesse ist, die Eigenschaften des mit Schwefeldioxyd behandelten Leuchtols mit dem durch gewohnliche Raffination rnit Schwefelsaure behandelten zu vergleichen.

durch Behandlung mit Schwefeldioxyd gewonnenen Ole auflerordentlich vie1 niedriger ist, als das der durch gewohnliche Raffination mit H,SO gewonnenen Ole, was darauf hindeutet, daB bei der Schwefeldioxydraffination die schweren Kohlenwltsserstoffe weit vollstandiger entferiit werden. Dies ist auch der Grund der Uberlegenheit der so raffi-

V e r s u c.hs r e s u 1 t a te

i n i tte l s

die uns von der Allgemeinen Gesellschaft fur chemische Industrie zur Verfiigung gestellte Tabelle 3 zeigt. Eigene Versuche dagegen enthalt die Kurventafel S. 179, aus der hervorgeht , daB die mit Schwefelclioxyd raffinierten Ole in der Lichtstirke den besten anierikanischen ()\en, wie z. B. Water white nahezu gleich kommen.

Tabelle Nr. 2 S 0, - V e rf a h r e n s

(Versuchsteinperatur -loo.) __

4

Verarbeitetes Rohdestillat

Rohd aus

Eigenachaften

1

Sped Gewicht . . . . Flammpunkt. . . . . Schwefelgehalt . . . . Ausbeute (auf Hohiil be. . . zogen) . .

-~~~~ ~

Bustennri

Leuchtol durch gewdhnliche Rafitnatioo

.

_-

-~

~

6

1

Leuchtol dnrch Behandlung mit SO? ohne init Kachraffination

Extrakt

0,8200 27,O"

0,052 Ol0 3310 '10

. .

Tustanovice

~

-

Spez. Gewicht . . Flammpunkt . . . . Schwefelgehalt . . . Ausbeute (auf Rohol be. zogen . . . . .

2

B

0,8051 35"

.

O,i975 35,b

0,79iO 35JO

0,8875

-

-

-

-

32,o o J 0

26,7 '10

0,8025 26,5" 0,404

0,7930 27"

26,l o:o

223 'I ,,

22,l

0,8175 23 O

0,8165 23,5

0,8125 23,5

0,8122 24'

47,6 O i U

47,2 O

33,5 O u

333 ' 0

.

17,l "i0 (auf Destillat bezogen)

26,.i

I

I Spez. Gewicht . 3 Mexiko

Peru

. . .

. . .

. .

. Flammpunkt Schwefelgehalt . . . Ausbeute (auf Rohiil bezogen) . .

.

. . .

Ausbeute (auf Rohol be-

Tabelle Nr. 3. Ph o t om et ri s c 11 e M e s s u n g e n m i t d e m K o sm o s b r e n n e r 14"'

-

0,7926 27 U r u 0,164 O

0,8640 1,100

"

"

16,l o,'o (auf Destillat bezogen)

1

0,8630

j

10,5'/, (auf Destillat bezogen)

L i c h ts tiir k e i n H e f n e r li crz en. _____

Brenndauer in Stunden pro Hefnerkerze und Stiinde

Eigenschaften der Eitrskte. Da der Extrakt wesentlich hoheres spez. Gew. hat als

daa Raffmat, konnte man zunacht denken, daB die Wirkung des Schwefeldioxyds hauptsachlich darauf heruhe, daB die hoher molekularen, also hoher siedenden Kohlenwasserstoffe dem Erdol entzogen wiirden. Dies ist jedoch nicht der Fall,#ie sich aus der nachstehenden Tabelle 4 ergibt,

dieselhen Siedegrade. Da - wie schon niehrfach erwahnt - der Extrakt zum. groBten Teil aus ungeslittigten offenkettigen und geschlossenen Kohlenwasserstoffen, Benzolhomologen usw. besteht , so la& sich derselbe jedenfalls mit Vorteil als Terpentinersatzmittel verwenden, wofiir heute schon diejenigen Petroleumsorten vorzugsweise Verwendung finden, welche sich

dufsatsteil.

26. Jahrgang 1813.1

Fahrion: Die Fettanalyse und die Fettchemie im Jahre

181

1912.

_ _ - ~ -. .

__

~-

Bet.riehskosten einer Anlage mit einer Verarheitungskapazitat, von 62.t .pro Tag. Die Angaben der Position I uber Anlagekapital usw. stamnit von der Firina Borsig, Berlin, welche die Anlage geliefert hat. Es ergiht sich alles in allem, daB die Gesamtkosten der Raffination von 100 kg Petroleum sich belaufeii auf 0,436 M. d. h. also pro 1 kg auf etwa lj2 Pf.

Anlage- iind Betriehskosten einer Anlsge niit eincr Vertlrheitongskapazitit von G2 t. pro Tag. I. A 1 1 g e m e i n e B e t r i e b s k o s t e n. Anlagekapital 200 000 M. lmortisat,ion 10% von M 105 000 . . . . . . A1 10 500 ,, 5% von M 95000 . . . . . . ,, 4750 Verzinsung von M 200000 . . . . . . . . . ,, 10000

_.__-__ Fraktionen in 1110 x des angenandten Volumeils

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10

~

Bustenari

Tustaoovice

Raffinat

Extrakt

Raffinat

Extrakt

spez. Gew.

spez. Gew. ( 1 5/4)

spez. Gew. (1 5/41

spez. Gew. (1 5/4)

0.8088 0,8163 0,8251 0,8308 0,8424 0,8595 0,8684 0,9006 0,9256 0,9620

0,7750 0,7814 0,7854 0,7940 0,8033, 0,8116 0,8 I65 0,8341 0,8445 0,8512

0,8157 0,8245 0,8340 0,8419 0,8516 0,8673 0,8902 0,9 125 0,94 I5 0,9705

(15.14 0,7712 0,7789 0,7835 0,7915 0,7996 0,8060 0,8210 0,8395 0,8585 0.8537

Unterhsltung, Reparatur, Betxiebsniaterial pro Jahr . . : . . . . . . . . . . . . . . Lahne und Gehalter pro Jahr . . . . . . . Versicherung ll/yyo . . . . . . . . . . . . Releuchtung uncl Beheizung . . . . . . . . Allgemeine Speseii, Unvorhergesehenes usw.

.

>,

5 OOo 7 OOo

I,

~, 3 OOO ,, 2 OOO ;, 2 500 M 44750

Rei einer Verarbeitung voii 62 t taglich wird die Totalverarbeitung pro Jahr betragen 68 x 320 =19840 t. Die allgemcinen Retriebskosten hetragen demnach fur 100 kg . . . . . . . . R I 0,225

11. M a t e r i a l k o s t e n . Die Materialkosten pro 100 kg verarheitetes 01 hetragen : Dampf: 41,2 kg Frischdampf 1000 kg &I 2,85 M 0,118 ,, 22,O kg Abdampf B 1000 kg M 1,25 . . ,, 0,027 Wasser: 0,65 cbm A M 0,082 . . . . . . . . . 0,018 SO,: 0,6 kg A 100 kg M 8,. . . . . . .. .,,. 0,048 Materialkosten M 0,211 Allgemeine Betriebskosten ), 0,225 Gesamtkosten pro 100 kg M 0.436 ,f

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Leistung der Anlagen iind Kosten des Terfahrens. Um bestimnite Angaben uher die Kosten des Verfahrens machen zu kiinnen, war es niitig, folgende Feststellungen zu machen : 1. Die Kapazitllt einer Anlage. 2. Den Verbrauch an Kuhlwasser usw. pro Tonne Rohtlestillat. 3. Den Verbrauch an Dainpf Zuni Betrieb der Dampfmaschinen und zum Abdestillieren des Schwefeldioxyds pro Tonne Rohdestillat. 4. Den Verlust an Schwefeldioxycl pro Tonne Rohdestillat. Kontrolliert wurde fur diesen Zweck zuerst von den beiden Vff. die Raffinerie in Rouen und dann wiihrend mehrerer Tage von dem einen voii uns (U.) eine Anlage, welche sich auf der Raffinerie der ,,Vega" seit dem 13. April vorigen Jahres in Betrieb befand. Es wurde dabei festgestellt, daB bei je 1lstundiger Tag- und Nachtschicht 22 Operationen zu je 31 000 kg, also pro Tag 62 t Rohdestillat raffiniert, werden konnten . Bei dieser Inanspruchnahme der Anlage war der von eiiiein Wassermesser geniessene Verbrauch an Wasser 5,5 cbin pro 1000 kg Rohdestillat. Der mittlere Verbrauch an Dampf pro 1000 kg Rohdestillat war 416 kg Frischdainpf und 220 kg Abdampf. Das spez. Gew. des Raffinats war 0,8028, und nach dem Abdestillieren des Schwefeldioxyds im Verdampfer enthielt dasselbe im Durchschnitt noch 0,2104 Schwefeldioxyd. Das spez. Gew. des Extraktes war 0.8691, und der Extrakt enthielt nach dem Abdestillieren im Durchschnitt 0,464y0 Schwefeldioxyd. Da der Extrakt etwa 20% ausmacht, das Raffinat dagegen SO:/,, ergibt sich hieraus ein mittlerer Verlust an Schwefeldioxyd von 0,35y0. Verlust durch Undichtigkeit kommt bei dem ganzen Verfahren nicht in Betracht. I n der ganzen Anlage war kaum cin Geruch voii schwefliger SBure zu verspuren. Nichtsdestoweniger ist in der umstehenden Aufstellung ein Verlust von 0)604 Schwefeldioxyd in Ansatz gchracht. Effektiv gingen in der Anlage in Ploesti 0,504 verloren. Unter Benutzung dieser Feststellungen, die Rich im iibrigen mit den sorgfaltig gefuhrten Journalen der Anlage bis auf auljerst geriiige Untmschiede vollkommen deckten, ergibt sich die folgende Xufstellung uber Anlage- und

SchliiBwort. Das E d e 1e a n u sche Verfahren hat unter Abweichen voii den bisher ublichen Methoden der Raffinatioii g r u n d s a t z 1 i c h neue Ihhtien eingeschlagen und liegt uns heute in technisch vollendet durchgenrbeiteter Form vor. Seine wirtschaftliche Bedeiitung [email protected] darin, daB es uns in den Stand setzt., ails bisher nnr unvollkommen raffinierbarem und darum niintlerwertigem Material Leuchtiile herzustellen, die in ihren Eigenschaften den besten hekannten Olen gleichkommen. Besonders fiir rumanische, galizische, indische, aher auch fur manche amerikanische und russische, auBerdem auch fur alle gekrakten Ole, wird das neue Verfahren Bedeutung erlangen. Es eroffnet auch weite Perspektiven fur die Kehancllung der iibrigeii Pe.troleumprodukte. [A. T7.1

Die Fettsnalyse iind die Fettchemie im Jahre 1912 9. Von Dr. W. FA~IRION. (Eingeg. L2.R. 1913.)

Die abnorme Teuerung auf dem Fettmarkte hat im Laufe des letzten Jahres wieder abgeebbt. Mit Recht wurde aus AnlaB dieser Teuerung darauf hingewiesen, daB der ,,O1€rage" als weltwirtschaftlichem Problem zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Die deutsche Olfabrikation allein verarbeitet jahrlich 1 Million Tonnen Rohmaterial und stellt claraus Produkte im Wert von 100 Millionen Mark her. Die gesamte deutsche Fettindustrie gab im Jahre 1909 330 Millionen Mark fur ihre Rohmaterialien aus und davon wurden nur fur 4 Millionen Mark aus den deutschen Kolonien :ingefuhrt! Im ubrigen war die aktuellste Frage des letzten Jahres 1) Eine eingeklammerte Jahreszahl im Text bedeutet den bexeffenden Jahresbericht; wenn in den FuDnoten keine Jahreszahl qenannt ist, ist 1912 gemeint.

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